Auf dem Campus getroffen … Frau Dr. Ana Butto

22.10.2018

Sankt Augustin / Deutschland - Abseits des Studienbetriebs empfangen die Institute auf dem Campus der Steyler Missionare in St. Augustin regelmäßig Gastwissenschaftler*Innen, die die Institutsbibliotheken nutzen. Im folgenden Interview stellt sich Frau Dr. Ana Butto, die als Archäologin für die argentinische Forschungsstelle CONICET arbeitet, vor. Dabei berichte sie auch, welche Gründe sie von Bonn nach Sankt Augustin führen.

Auf dem Campus getroffen …


Harald Grauer: Sehr geehrte Frau Dr. Butto, Sie stammen aus Argentinien und arbeiten als Archäologin für die argentinische Forschungsstelle CONICET. Ich darf Sie hier ganz herzlich im Anthropos Institut begrüßen. In Ihren früheren Forschungen haben Sie sich mit südamerikanischen Bevölkerungsgruppen, den Mapuche, Tehuelches und mit Feuerländern unter archäologischen Fragestellungen befasst. Können Sie berichten, was Sie hierher nach St. Augustin geführt hat? Wie gestaltet sich Ihr derzeitiges Forschungsprojekt?

Ana Butto: Ich sichte hier im Anthropos Institut im Auftrag der belgischen Coimbra-Stiftung die Publikationen, Aufzeichnungen und Fotografien von Wilhelm Koppers (1886-1961) und Martin Gusinde (1886-1969) über die Yaghan/Yamana aus Feuerland. Dies ist wichtig, da viele der Texte nicht auf Spanisch übersetzt sind. Die Coimbra-Stiftung ist eine belgische Stiftung zur Wissenschaftsförderung, die Kooperationen mit lateinamerikanischen Partnern fördert.

Harald Grauer: Sie sind Archäologin, die sich mit der Kultur der Yaghan/Yamana, also einer Bevölkerungsgruppe auf Feuerland befassten. Können Sie etwas über Ihren Werdegang erzählen? Wie kamen Sie zum Studium der Archäologie bzw. Kulturanthropologie?

Ana Butto: Ich habe an der Universidad de Buenos Aires studiert. Dort habe ich Anthropologie studiert. Der Studiengang war so angelegt, dass es die Möglichkeit gab, sich entweder in Sozialanthropologie oder in Archäologie zu spezialisieren. Ich habe mich damals für das letztere Fach entschieden. Die argentinische Archäologie bezieht sich fast immer auf die prähistorische Zeit, aber in jüngster Zeit hat sich auch die historische Archäologie etabliert. Und dies ist der Zeitraum, der mich interessiert.
Meine derzeitige Direktorin, Dánae Fiore, legt den Fokus auf visuelle Archäologie und hat Methoden der visuellen Archäologie entwickelt. Diese beziehen sich auf die materielle Kultur und deren Präsentation auf historischen Fotografien. Sie fragt im Blick auf historische Fotografien, welche Handlungsmächtigkeit (agency) die fotografierten Indigenen gegenüber den fotografierenden Ethnologen/Photographen besaßen.
Da ich diese Methode kennen gelernt habe, habe ich mich auf diese Frage spezialisiert, da ich selbst auch Fotografin bin. Ich möchte meine beide Disziplinen, Fotografie und Archäologie, zusammenbringen.

Harald Grauer: Können Sie etwas über Ihr Studienzeit und den Studienverlauf erzählen? Hatten Sie in Argentinien studiert oder auch in anderen Ländern? Sie sprechen sehr gut Deutsch.

Ana Butto: Ich habe mein ganzes Studium in Buenos Aires absolviert, aber ich hatte seit dem Kindergarten und dann auch auf der Schule Deutsch gelernt. Ich schloss meine Lizentiatura an der Universidad de Buenos Aires ab. Auch das Doktorat absolvierte ich dort. Mein Doktoratsstudium wurde über die CONICET finanziert.

Harald Grauer: Sie haben Anthropologie mit Schwerpunkt Archäologie studiert. Können Sie sich noch erinnern, wann Sie das erste Mal der Zeitschrift Anthropos oder Mitgliedern des Anthropos Institutes begegnet sind? Wissen Sie noch in welchem Kontext dies geschah? War es während Ihres Studiums oder danach?

Ana Butto: Es war erst nach dem Studium. Meine Direktorin und ich arbeiteten bereits seit zehn Jahren über Fotografien der Feuerland-Indianer und wir hatten keinen Bezug zum Anthropos Institut. Auf einer Tagung in Puerto Williams (Chile) im Jahr 2013 trafen wir Alberto Serrano, den Leiter des Museo Martin Gusinde, der uns empfahl, Kontakt mit dem Anthropos Institut aufzunehmen. Wir versuchten in dieser Zeit, ein Fotoarchiv zu den Indigenen Patagoniens und Feuerlands zu erstellen. Eines der Probleme bei den historischen Fotografien zu diesen Regionen ist, dass sie über die ganze Welt verteilt sind, da die Fotografen sehr unterschiedliche persönliche Hintergründe hatten und oftmals nicht aus Argentinien oder Chile stammten. Es gibt daher kein Zentralarchiv, das Abzüge aller relevanten Fotografien besitzt.

Harald Grauer: Als Sie über Mapuche arbeiteten, nutzten Sie auch Publikationen Ewald Bönings? Er war Steyler Missionar und arbeitete bei den Mapuche in Chile. Anfang der 1970er promovierte er in München in Ethnologie. Er hatte Bild- und Tonaufnahmen angefertigt.

Ana Butto: Nein, Ewald Böning, der in Chile arbeitete, ist mir nicht bekannt. Das Material, das Sie beschrieben haben, klingt jedoch interessant. Die Situation der Mapuche in Chile und Argentinien war unterschiedlich. In Argentinien gab es beispielsweise in den 1960er Jahren keine machi (Schamaninnen) mehr.

Harald Grauer: Haben Sie bereits in Anthropos oder einer mit dieser Zeitschrift verbundenen Schriftenreihen publiziert?

Ana Butto: Nein.

Harald Grauer: Sie wissen, dass Anthropos eine Zeitschrift ist, die von einer katholischen Missionsgesellschaft getragen wird, wie sehen Sie das, wenn Missionare sich im wissenschaftlichen Bereich engagieren?

Ana Butto: Ich finde es gut. Die ethnografischen Arbeiten von Martin Gusinde und Wilhelm Koppers sind systematisch und tiefgehend. Sie versuchten, die Kulturen der Feuerland-Indianer wirklich zu verstehen und die Informationen, die sie hinterlassen haben, sind sehr nützlich für uns Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen heute. Auch für die indigenen Gemeinschaften sind die Arbeiten der beiden Missionarsethnologen heute von Bedeutung, da die sehr gut dokumentierten Bilder die Großeltern und Urgroßeltern-Generation gegenwärtig macht. Aber sie besitzen nicht nur diese „sentimentale“ Bedeutung, sondern sie ermöglichen auch politische Möglichkeiten. Die Paiakoala Yaghan Gemeinschaft aus Ushuaia (Feuerland) in Argentinien nutzte die Fotografien und genealogischen Dokumentationen Gusindes, um gegenüber dem argentinischen Staat den Status als indigene Gemeinschaft (comunidad indígena) zu belegen.

Harald Grauer: Wie schätzen Sie die Bedeutung der Zeitschrift Anthropos ein?

Ana Butto: Als ich den Index der Zeitschrift sichtete, sah ich wie viele wichtige Texte dort im Verlauf der Zeit publiziert wurden. Es gibt nur wenige Zeitschriften, die über hundert Jahre hinweg erschienen. Ich glaube, es ist wichtig, dass in dieser Zeitschrift nicht nur Missionare, sondern auch säkulare Wissenschaftler publizieren konnten und dies immer noch können. Mir ist sonst keine anthropologische/ethnologische Zeitschrift bekannt, die einen solchen Dialog zwischen Missionaren und säkularen Wissenschaftlern führt und eine Brücke zwischen beiden schlägt.

Harald Grauer: Der Markt für wissenschaftliche Zeitschriften verändert sich derzeit rapide. Zeitschriften werden eingestellt oder erscheinen in neuem Format, etwa nur noch in elektronischer Form. Auch gewinnen neue Publikationswege, wie moderierte online-Foren an Bedeutung. Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Zeitschrift Anthropos? Welche Änderungen würden Sie vornehmen?

Ana Butto: Eine Zeitschrift sollte heute auch online verfügbar sein, da dies die Zeitschrift für eine breitere Leserschaft verfügbar macht.

Harald Grauer: Ja, seit einigen Jahren haben wir eine Kooperation mit der amerikanischen Zeitschriftendatenbank JSTOR und unser neuer Kooperationspartner, der NOMOS Verlag in Baden-Baden, besitzt eine eigene E-Plattform für sein Zeitschriftenangebot.

Ana Butto: Das Problem ist, dass Online Zugänge zu Zeitschriften so gestaltet sein sollten, dass sie auch für wenig finanzkräftige Institutionen zugänglich sind. Es ist ein Problem, wenn sich Institutionen JSTOR oder ähnliche Angebote nicht leisten können.

Harald Grauer: Das Anthropos Institut ist mit einer theologischen Hochschule verbunden. Mitglieder des Institutes unterrichten angehende Theologinnen und Theologen, die zum Teil auch als Missionarinnen oder Missionare tätig sein werden. Was sollten angehende Theologinnen und Theologen aus der Ethnologie lernen?

Ana Butto: Ich kann hier keine „katholische“ Antwort geben. Archäologie und Anthropologie können uns zeigen, dass Gesellschaften unterschiedliche Formen besitzen, religiöses und kulturelles Leben zu gestalten. Sie können uns zeigen, dass es kulturelle Vielfalt gibt und Missionare sollten dies berücksichtigen und respektieren.

Harald Grauer: Vielleicht ist diese Antwort gar nicht so „unkatholisch“?
Sie erzählten bereits, dass Sie wegen den Publikationen und dem Nachlass des Steyler Missionars und Ethnologen Martin Gusinde und Wilhelm Koppers nach St. Augustin kamen? Können Sie Ihre Eindrücke schildern?

Ana Butto: Für mich war es interessant zu sehen, dass die Beziehung zwischen Martin Gusinde und Wilhelm Koppers schwierig war. So wie es auch unter säkularen Wissenschaftlern, die zum gleichen Thema forschen, nicht selten der Fall ist. Menschliche Konflikte gibt es eben überall. Ich fand es interessant, dass Robert Lehmann-Nitsche und Martin Gusinde miteinander korrespondierten und dass Martin Gusinde auch im Kontakt stand mit dem anglikanischen Missionar Thomas Bridges. Dieses Beziehungsnetzwerk zwischen diesen unterschiedlichen Autoren unterschiedlicher weltanschaulicher Ausrichtung, die sich mit den gleichen Fragestellungen befassten und deren Austausch untereinander, empfinde ich sehr interessant. Dieses Beziehungsnetzwerk und den darauf basierenden Austausch möchte ich weiter im Blick haben.

Harald Grauer: Sie waren nun eine Woche hier in der Bibliothek des Anthropos Institutes zu Gast, können Sie etwas von Ihren Eindrücken erzählen? Was schätzten Sie während ihres Forschungsaufenthaltes? Was könnte bis zu ihrem nächsten Besuch besser gelöst werden?

Ana Butto: Für das nächste Mal brauche ich mehr Zeit, da ich nicht wusste, wie viele Publikationen und Dokumente Martin Gusindes und Wilhelm Koppers hier lagern. Die Zeit war kurz und ich habe viel mehr als erwartet gefunden. Auch Artikel über die beiden Forscher. Bei meinem nächsten Besuch möchte ich stärker in die Manuskripte schauen. Eine andere Frage besteht darin, wie die Aufzeichnungen und Fotografien mit den ethnografischen Sammlungen Gusindes, die über unterschiedliche Institutionen verstreut sind, in Beziehung gesetzt werden können. Die ethnografische Sammlung Martin Gusindes zu Feuerland befindet sich ja nicht hier in St. Augustin, sondern, wie ich erfahren durfte, in Museen in Wien, Rom und St. Gabriel in Mödling. Es ist erstaunlich zu sehen, dass so wenig über die Sammlungen materieller Kultur, die Martin Gusinde angelegt hat, gearbeitet wurde.

Harald Grauer: Vielleicht hat das damit zu tun, dass die materielle Kultur der Feuerländer als „einfach“ und „unspektakulär“ galt? Auch wurden die Ethnologen des Anthropos Institutes primär als Religionsethnologen angesehen, was vielleicht dazu führte, dass andere Aspekte ihrer Arbeit weniger rezipiert wurden? Martin Gusinde war eben derjenige, der bei den Feuerländern initiiert wurde. Das war so etwas wie sein „Alleinstellungsmerkmal“, auf das sich die Rezeption bezog. Dabei wurde dann vergessen, dass er sich auch mit anderen Themen befasste, etwa auch mit Mensch-Umwelt-Beziehungen. Wie auch die Zeitschrift Anthropos oftmals primär mit Religionsethnologie und einer bestimmten Richtung kulturhistorischer Forschung in Verbindung gebracht wird, darüber aber etwa vergessen wird, dass eben auch andere Themen und Forschungsansätze Raum erhielten, so hatte etwa der jüngere Zeitgenosse Martin Gusindes, der amerikanische Kulturanthropologe Julian H. Steward, kurz vor dem 2. Weltkrieg in der Zeitschrift Anthropos einen Artikel über Mensch-Umwelt-Beziehungen in den Kulturen des Südwestens Nordamerikas veröffentlicht (Ecological Aspects of Southwestern Society, Anthropos, Vol. 32.1937, pp. 87-104). Auch Iris Gareis weist in ihrem Beitrag zu Martin Gusindes Feuerlandwerk darauf hin, dass es eben viel mehr zu bieten hat als Religionsethnologie und beispielsweise im Bereich der materiellen Kultur sehr detaillierte Beschreibungen und nützliche Zeichnungen liefert (Iris Gareis: P. Martin Gusinde, S.V.D, Die Feuerland-Indianer. In: Christian F. Feest & Karl-Heinz Kohl [Hrsg.]: Hauptwerke der Ethnologie, pp. 152-156. Stuttgart: Kröner, 2001).
Vielleicht kommen wir nun zum Abschluss, das Interview zog sich nun doch schon etwas hin. Es gibt drei romantische Fragen, die man Ethnologinnen und Ethnologen gerne stellt: Welche Bevölkerungsgruppe hätten Sie gerne vor ihrem ersten Kontakt mit Europäern getroffen? Welche Anthropologen oder Anthropologin hätten Sie gerne einmal getroffen? Was hätten Sie ihn oder sie gefragt?

Ana Butto: Natürlich hätte ich sehr gerne die Yaghan/Yamana getroffen. Ich hätte sie gerne vor dem Kontakt mit den Niederländern im 16. Jahrhundert getroffen, aber ich hätte auch gerne den ersten Kontakt zwischen den Yaghan/Yamana und den Niederländern beobachtet, da dieser ganz anders verlief als spätere Begegnungen. Im Blick auf die zweite Frage ist es auch klar, ich hätte natürlich gerne Martin Gusinde getroffen, der diese wichtigen Forschungen in Feuerland durchgeführt hat. Ich würde ihn fragen, wie er die Initiation in die Gesellschaft der Yaghan erlebt hat und wie seine Gefühle dabei waren, Teil einer anderen Gesellschaft und Religion zu werden. Und dies als Missionar und Europäer in einer Zeit, als von Europäern auf nicht-Europäer noch herabgeschaut wurde.

Harald Grauer: Vielen Dank für das Gespräch über Ihre Arbeit hier in der Bibliothek, die Zeitschrift Anthropos und Ihren Forschungsaufenthalt in Deutschland. Vielen Dank, dass Sie sich für das Gespräch Zeit genommen haben. Beste Wünsche von Seiten des Institutes für Ihre Rückreise nach Jena bzw. nach Argentinien und bis auf ein Wiedersehen hier in St. Augustin auf dem Campus der Steyler-Missionare. Ich hoffe, Sie hier in den Räumen des Anthropos Institutes bald wieder begrüßen zu dürfen, wenn Sie zurückkehren, um etwa die ethnografische Sammlung Martin Gusindes zu kontextualisieren.

Publikationen
• Butto, A. (2018) Relaciones entre los Yámana/Yagán y la sociedad occidental en espacios misionales y no-misionales. Registros fotográficos y arqueológicos de Tierra del Fuego. In Revista de Arqueología Histórica Argentina y Latinoamericana. In press.
• Butto, A. (2018) Women and children first: age and gender in the photographs of the "Desert Conquest" in Northpatagonia, Argentina, by the end of the 19th Century. In Artic & Antartic. In press.
• Butto, A., Saletta, M. J., Fiore, D. (2018) Cultura visual de cazadores terrestres y marinos: fotografías, textos y artefactos arqueológicos de dos pueblos originarios fueguinos. In Nuevo Mundo Mundos Nuevos s/p. https://journals.openedition.org/nuevomundo/72853
• Butto, A. (2018) La representación del espacio misional y los indígenas evangelizados en las fotografías de las misiones anglicanas y salesianas de Tierra del Fuego (1869-1947). In Cadernos de Arte e Antropologia Vol. 7 N° 2: 97-115. https://journals.openedition.org/cadernosaa/1713
• Butto, A. (2018) Visualización de los roles de género en las fotografías etnográficas de mapuches y tehuelches (siglos XIX-XX). In RIHumSO N° 13: 21-46. http://rihumso.unlam.edu.ar/index.php/humanidades/article/view/137
• Butto, A. (2017) Huellas visuales, huellas materiales. Sitios y artefactos de indígenas patagónicos y fueguinos registrados en las fotografías tomadas durante la conformación y expansión del estado-nación argentino (desde fines del siglo XIX hasta mediados del siglo XX) y sus implicancias para el registro arqueológico. In Revista Arqueología Vol. 23, Nº 2: 153-155. http://revistascientificas.filo.uba.ar/index.php/Arqueologia/article/view/3785/3433
• Butto, A*,Fiore, D. (2017) Adornos corporales y género en las fotografías etnográficas de Yámana/Yagán. In Universitas, Revista de Ciencias Sociales y Humanas de Universidad Politécnica Salesiana del Ecuador, Year XV, Nº 27: 67-92. http://universitas.ups.edu.ec/index.php/universitas/article/view/27.2017.03/1851
• Butto, A. (2017) Rastros de violencia en las fotografías de la Conquista del Desierto (Argentina, 1879 - 1883). In Revista Sans Soleil Vol. 9 La guerra en la cultura visual: Representaciones e imaginarios: 59-75. http://revista-sanssoleil.com/wp-content/uploads/2017/09/Butto.pdf
• Butto, A. (2016) Huellas visuales, huellas materiales. Sitios y artefactos de indígenas patagónicos y fueguinos registrados en las fotografías tomadas durante la conformación y expansión del estado-nación argentino (desde fines del siglo XIX hasta mediados del siglo XX) y sus implicancias para el registro arqueológico. Facultad de Filosofía y Letras, Universidad de Buenos Aires. MS.
• Butto, A. (2015) Rewes, geografías simbólicas y territorios enajenados. Las fotografías étnicas de rewes y el reclamo territorial mapuche en Neuquén, Argentina. In: Revista Chilena de Antropología Visual Nº 26: 1-19. http://www.rchav.cl/2015_26_art01_butto.html
• Butto, A. (2015) Procesos de contacto en las fotografías de mapuches y tehuelches en Patagonia a fines del siglo XIX y comienzos del XX. In: Relaciones de la Sociedad Argentina de Antropología XL N° 2: 621-643. http://www.saantropologia.com.ar/wp-content/uploads/2015/12/Relaciones-40-2.pdf
• Butto, A.*, Saletta, M. J., Fiore, D. (2015) Kau. Los toldos tehuelches en los dibujos, grabados y fotografías de viajeros por la Patagonia (Argentina y Chile). In Artelogie Nº 7: 1-24. http://cral.in2p3.fr/artelogie/spip.php?article354
• Fiore, D.*, Butto, A. (2014) Violencia fotografiada y fotografías violentas. Acciones agresivas y coercitivas en las fotografías etnográficas de pueblos originarios fueguinos y patagónicos. In Nuevo Mundo Mundos Nuevos: s/p. http://nuevomundo.revues.org/67326
• Butto, A. (2014) Persistencias originarias: la cultura material ritual en las imágenes fotográficas de un nguillatun en Norpatagonia en 1933. In Entre pasados y presentes IV, Estudios Contemporáneos en Ciencias Antropológicas, Eds. Castro, A., Funes, M. L., Grosso, M., Kuperszmit, N., Murgo, A., Romero, G. (Buenos Aires, Instituto Nacional de Antropología y pensamiento Latinoamericano): 262-279.
• Butto, A. (2013) Artefactos autóctonos y foráneos en las fotografías de indígenas y criollos militares durante la `Conquista del Desierto´ (Norpatagonia, siglo XIX). In Tendencias teórico-metodológicas y casos de estudio en la arqueología de la Patagonia, Eds. Zangrando, F., Barberena, R. (San Rafael, Museo de Historia Natural): 53-62.
• Butto, A. (2010) Con el foco en el otro: Las representaciones visuales acerca del indio y el territorio en los expedicionarios de la conquista del desierto en las campañas de 1879 y 188. In Entre pasados y presentes III, Estudios Contemporáneos en Ciencias Antropológicas, Eds. Kuperszmit, N, Lagos Marmol, T., Mucciolo, L., Sacchi, M. (Buenos Aires, Instituto Nacional de Antropología y Pensamiento Latinoamericano): 105-121.
• Butto, A. (2010) Las representaciones acerca del indio y el territorio en los expedicionarios de la Conquista del Desierto: discursos e imágenes de las campañas de 1879 y 1883. In Actas del IX Congreso Interoceánico de Estudios Latinoamericanos (Mendoza, Universidad Nacional de Cuyo): s/p.
• Butto, A., Catania, B. (2009) Legitimando discursos: la consolidación de la arqueología y la construcción de la hegemonía del estado argentino. In Actas de las I Jornadas de discusión de Investigadores en formación “Bicentenario: Problemas de dos siglos de historia” (Buenos Aires, Instituto de Historia Argentina y Americana Dr. Emilio Ravignani).

 
Frau Dr. Ana Butto 
Frau Dr. Ana Butto
Harald Grauer 
Harald Grauer