Lärm als Gegenteil von Klang

27.04.2016

Sankt Augustin / Deutschland - Frühjahrsakademie über das Hören in der Religion mit Dr. Cosmas Hoffmann OSB und Stefan Knor

"Das Gegenteil von Klang ist nicht Stille, sondern Lärm", erklärte Dr. Cosmas Hoffmann, Dozent für Fundamentaltheologie an der PTH St. Augustin, bei der zweiten Frühjahrsakademie der Hochschule, die sich dem Thema „Hört – und ihr werdet leben! (Dtn 4,1) Die Kraft der Klänge" widmete. Gemeinsam mit dem Künstler und Theologen Stefan Knor ging Hoffmann der Frage nach, welche Rolle das Gehör beim Glauben spielt.

Dr. Cosmas Hoffman OSB und Stefan Knor führten durch die Frühjahrsakademie "Hören"

In der Bibel kündigt sich Gott eher über die Ohren als über die Augen an, stellten die beiden Referenten fest. Und er klingt dabei offensichtlich nicht immer gleich: So wird beispielsweise eine "schwebende Stille" oder ein "Brausen" beschrieben, das in den Ohrenzeugen entsprechend Wohlbefinden oder Angst auslöst.

Klänge bewirken unmittelbar Stimmungen und Bilder beim Zuhörer, auch indem sie körperliche Vorgänge provozieren, etwa wenn ein lauter Knall zu einem vor Schreck erhöhten Puls führt.

Komponisten machen sich diese Direktheit, die sich nicht bewusst steuern lässt, zunutze. Bei den "Dies Irae" von Wolfgang Amadeus Mozart und von Giuseppe Verdi hört man die Angst der Sünder vor dem Jüngsten Gericht geradezu. Das "Sanctus" von James MacMillan führt durch seine zarten Stimmen geradewegs in den Himmel.

Rund 30 Zuhörer folgten den Referenten bei ihren Gedanken durch Klang- und Stimmungswelten. Beim nächsten Termin der Frühjahrsakademie am 20. Mai geht es unter dem Titel „Denn wir sind Christi Wohlgeruch ... (2 Kor 14,15). Die Macht der Nase" um das Riechen in der Religion. Anmeldung ist unter 02241/237-222 oder info@tph-augustin.eu bis zum 19. Mai möglich.

Rund 30 Gäste besuchten die Frühjahrsakademie zum Thema Hören